Montag, 3. Oktober 2016

No Pooh? Puh ...


Gehackte Kastanien in Wasser geben Saponide frei und bilden eine Lauge.

Ich liege in der Badewanne und bekomme ein schlechtes Gewissen. Weniger wegen des Wassers, das ich dazu brauche, in unserem wasserreichen Land. Sondern wegen der ganzen Seife, des Shampoos, vielleicht mal wegen eines Peeling, das da den Abfluss runterrinnt. Und plötzlich spür ich so eine Lust auf kosmetische Askese und will sofort auf den "No Pooh"-Trend aufspringen. Also: kein Shampoo. Cousine T. macht das schon seit langem. Sie wäscht sich die Haare mit einem Gatsch, den sie aus Lava-Erde und Wasser anrührt. Da schäumt nichts, aber da rinnt auch nichts Giftiges zurück in die Natur. Ihre Haare schauen gut aus. Und ich. Ich will das natürlich toppen.

Also hacke ich eine Handvoll Kastanien, die ich ein paar Tage vorher gefunden habe, und weiche sie in einem halben Liter lauwarmen Wasser ein. Das Wasser wird trüb, es schäumt ein bisserl. Alles ganz so, wie's die Dame im Staudigl Reformhaus erklärt hat. Tags drauf, wieder in der schön warmen Wanne, die in der Früh so zuverlässig meine Lebensgeister weckt, seh ich mit zufriedenem Grunzen die Lauge, die die Kastanien aus dem Wasser gemacht haben. Kastanien enthalten Saponine, eine schäumende, reinigende Substanz.

Ich, voll motiviert, schütte mir die Lösung über den Kopf. Und dann der Schock. Logischerweise ist die Lauge nicht mehr lauwarm. Sie ist urkalt. Und es wird mir für einen ausreichend langen Moment so ungemütlich in der Wanne, dass ich mir sofort wieder das Shampoo gegriffen habe. Vielleicht gebe ich den Kastanien noch eine Chance in der Waschmaschine.


 
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Freitag, 30. September 2016

2 Quadratmeter Haut - pfleg das mal!


Zehn Kilo wiegt die Haut durchschnittlich (jetzt weiß ich endlich, wo das viele Gewicht herkommt) und sie hat ungefähr zwei Quadratmeter (mehr als mein Balkon).
Das war die verblüffendste Erkenntnis eines Vortrags, den die Sr. Verena Beck, nicht nur Hautärztin, sondern auch Psychodermatologien, im Auftrag von Laroche Posay diese Woche gehalten hat. Das Thema war "Wenn die Haut verrückt spielt", und das hat Dr. Beck derart erschöpfend behandelt, dass ich sie blind jedem empfehlen würde, der dermatologische Hilfe braucht. Diese Frau brennt für die Haut und deren Probleme.

Dr. Verena Beck, Hautärztin bei einem Vortrag im Auftrag von Laroche Posay

Eine Stunde lang darüber, was alles schief gehen kann: Ganz am Anfang natürlich die Gene, aber im Lauf des Lebens noch viele andere Dinge. Sonnenbrand, Stress, falsche Ernährung, falsche Pflege, falsche Bakterien auf der Hautoberfläche. Bis auf letzteres haben wir das alles schon tausendmal gelesen.

Zwei Quadratmeter muss man richtig waschen, richtig einschmieren und aus der Sonne halten. Da kann schon mal was schief gehen. Wenn man Pech hat, spielt sich die Haut mit Jucken, Ekzemen, Schuppen und sonstige Fiesematenten in den Vordergrund. Von Wimmerln an den unmöglichsten Stellen gar nicht zu reden. In dieses große Problemfeld stellte La Roche Posay dann sein Goodie-Bag. Drinnen zwei Produktneuheiten, die ich nicht brauche. Die Probleme, die die Gesichtscreme "Effaclar Duo(+) Unifiant gegen unreine Haut und das Duschgel "Lipikar Syndet bei Neurodermitis und extrem empfindlicher Haut. Ersteres hat Freundin E. bekommen, zweiteres Freundin T., beide werden berichten, ob's wirkt.

1,5 Kilo Bakterien pro Person
Das Duschgel hat einen Wirkstoff, der Aqua Posae Filiformis heißt. Klingt schön und soll bewirken, dass sich das Mikrobiom ausgleicht. Das Mikrobiom ist die Bakterienpopulation auf unserer Haut. Pro Quadratzentimeter haben wir eine Million Bakterien, die darüber entscheiden, ob unsere Haut gut aussieht und sich gut anfühlt - oder nicht. Menschen, die zu Neurodermitis neigen, haben ein anderes Mikrobiom als Menschen, die davon nicht betroffen sind. Während eines neurodermitischen Schubs geht die mikrobielle Vielfalt deutlich zurück. Aqua Posae Filiformis (natürlich patentiert) ist "natürlicher Mikroorganismus, der mit dem Thermalwasser aus La Roche-Posay (ein Kurort in Frankreich) angereichert wurde. Dadurch soll das Mikrobiom gestärkt, die Hautbarriere wieder aufgebaut und die Entzündung gelindert werden. Wie gesagt: Freundin T. wird berichten, ob's was hilft.

Die Creme Effaclar Duo (+) unifiant ist eine getönte Creme, die Pickel zunächst einmal unter einer Pigmentschicht verschwinden lässt. Dazu werden gereinigte Mineralpigmente eingesetzt, die klarerweise nicht komedogen sind. Die anderen Wirkstoffe regulieren die Talgproduktion, verhindern Unterlagerungen und verstopfte Poren, lindern Entzündungen und beugen gegen Pickelnarben vor. Und das Ganze angeblich so effizient wie eine vierprozentige antibiotische Lösung. Freundin E. muss gar nicht berichten. Das werd' ich eh sehen.


 
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Dienstag, 9. September 2014

Mayonnaisesalat, urgut


Zutaten für 2
5 mittelgroße Erdäpfel (ungefähr, mehr oder weniger)
1 zimmerwarmes Ei
1/2 kleine rote Zwiebel
1 - 2 EL Schnittlauch
Senf
Essig
Salz

Zubereitung
Erdäpfel kochen. Währenddessen das Ei in ein hohes Gefäß geben und mit dem Stabmixer aufschlagen. Senf dazu (ca 1/2 TL oder nach Geschmack) und geschmacksneutrales Öl in sehr dünnem Faden hineinlaufen lassen. Permanent weitermixen, dabei den Stabmixer von unten nach oben bewegen. Mit Salz und Essig abschmecken. Ganz fein gehackte Zwiebel und Schnittlauch untermischen.

Die Erdäpfel schälen und in Scheiben schneiden. Noch warm mit der Mayonnaise (die ruhig etwas dünnflüssiger sein darf) vermischen.


 
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Montag, 24. Juni 2013

Mit Blaulicht ab Donauinselfest


Gestern ist mir etwas passiert, das mir noch nie passiert ist: Ich bin in einer Rettung mit Blaulicht vom Donauinselfest abtransportiert worden.

Auf der Rettungsliege festgeschnallt war jedoch nicht ich, sondern mein vierjähriger Freund A. Er hatte "mit einem Ast gespielt, auf dem viele Äste waren und dann hat sich ein Dorn in meiner Hand verzwickt". An sich schmerzunempfindlich schrie er wie am Spieß, und so sind seine Mutter und ich mit ihm zu den Donauinselfest-Sanitätern, praktischerweise neben der FM4-Bühne, gegangen.

Der diensthabende Arzt hatte nur Desinfektionsmittel mit Alkohol. Brennt höllisch, verursacht noch höllischeres Schreien. A. zitterte, war schweißüberströmt und lief vor lauter Aufregung dunkelrot an. Der Arzt war zwar lieb, hatte aber trotzdem keine Pinzette - "zumindest keine sterile" - und sonst auch keine Idee. Irgendwie wirkte er, als hätte er noch nie einen schreienden Vierjährigen gesehen. Er rief die Rettung.

In der Rettung.

Es hat was peinliches, wenn man mit einem Kind, das bloß einen kleinen Schiefer in der Hand hat, mit Blaulicht ins Spital fährt. Und während man so fährt, und dann so sitzt im Wartebereich der Notfallambulanz, wo die meisten schon was ärgeres haben, da denkt man sich, dass das nicht nur peinlich, sondern sogar unfassbar ist. Wegen eines Schiefers ins Spital eingeliefert zu werden. Formulare, gebuchtes Krankenbett - die Kosten will man sich nicht ausmalen. Mein Sparvorschlag: Sanitätskoffer und Ambulanzen mit Basisgeräten ausstatten. So extrem ausg'rissen ist eine Pinzette ja auch wieder nicht.


 
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Dienstag, 30. Oktober 2012

Gripschen statt Halloween


Die meisten Eltern, die ich kenne, erleben derzeit das pure Grauen. Nicht so sehr, weil sie sich vor den schrecklichen Halloween-Kostümen fürchten würden, sondern weil sie diesen Kinderfestimport als Kulturkolonialismus empfinden. Aus Kürbissen freundliche Monster schnitzen, sich verkleiden und Süßigkeiten an verkleidete Kinder verteilen, ist einfach kein einheimischer Brauch.

Wäre ich heute noch ein Kind, würde ich auf Halloween natürlich auch bestehen. Doch ich - als Kind in Düsseldorf - hatte das gar nicht nötig, denn ich hatte was viel besseres: St. Martin und das Gripschen. Zuerst haben wir Laternen gebastelt, was das Zeug hält: Die besten wurden sogar im Museum ausgestellt, wofür es neben der Bewunderung auch noch ein Säckchen mit einem Weckmann, Nüssen und Mandarinen gab. Nach dem Einbruch der Dunkelheit am Martinstag kam der Martinsumzug mit echtem Pferd, Martin und seinem Umhang, der tatsächlich geteilt wurde. Gleich nach dem Umzug gab's den absoluten Höhepunkt: das Gripschen. Mit der (elektrisch beleuchteten) Laterne sind wir von Tür zu Tür gezogen, haben Martinslieder gesungen und dafür Süßigkeiten und kleine Geschenke bekommen. Zu Hause hatten wir meisten einen recht großen Sack voller Leckereien und toller Kleinigkeiten. Rheinisches Kinderglück.

Ich finde es schade, dass dieser Brauch im Rheinland geblieben ist, und wir uns einen viel entfernteren, ausschließlich vom Kommerz dominierten haben aufdrängen lassen.


 
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Mittwoch, 9. Mai 2012

Unanständig, aber erlaubt


Um 7.15 Uhr weckt mich ein lautes Hämmern, 43 Minuten vor meinem Wecker. 30 Sekunden dauert das Hämmern an, dann arbeiten die Bauarbeiter an den meisten Tagen mehr oder weniger unhörbar weiter. Seit Jänner machen sie es fast täglich so. Was soll das heißen? "Wenigstens fangen wir pünktlich an?" oder "Wir haben so einen Hass auf die Welt, hör' mal!" oder "Rise and shine?" oder was?

Erlaubt ist das. Zwischen 6 Uhr früh und 22 Uhr kann jeder mit dem Presslufthammer, dem normalen Hammer, Bohrer oder was sonst noch Lärm macht, tun, was er will. Mittagsruhe gibt's gesetzlich auch nicht mehr, das in der Nacht Versäumte kann nicht mehr von 12 bis 14 Uhr nachgeholt werden.

Nur der Anstand würde gebieten, die 30 Sekunden Hämmern am Vorabend zu erledigen und die Nachbarn in der Früh in Ruhe zu lassen. Das Gesetz schützt mich und mein Schlafbedürfnis nicht. Ich erwarte diesen Anstand von den Bauarbeitern. Und bekomme ihn nicht. Ich erwarte Anstand übrigens auch von den Politikerinnen und Politikern - und bekomme ihn von den meisten auch nicht. So, und damit will ich überhaupt nicht sagen, dass wir mehr Gesetze brauchen. Ich will eine Lanze brechen für Rücksichtnahme, für Empathie, für vornehme Zurückhaltung, für Großzügigkeit gegenüber den Bedürfnissen von anderen. Kollektiv betrachtet würde das das Glücksgefühl in der Welt steigern. Subjektiv betrachtet würde es mir ersparen, mich als zunehmend schlecht gerüstet zu betrachten.


 
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Dienstag, 8. Mai 2012

Bundeshymne am 8. Mai


Heute habe ich zum ersten Mal bei einem Anlass die österreichische Bundeshymne gesungen. Es war ein Gottesdienst in Erinnerung an Österreichs Befreiung am 8. Mai 1945 im Stephansdom, eine Messe der katholischen Studentenverbindungen. Das wusste ich erst, als ich schon im Dom war. Und sofort, nachdem ich den Ersten in Couleur gesehen habe, lag ich auf der Lauer: Ein falsches Wort, und ich hätte mich aufgeregt. Innerlich hatte ich den Protestbrief an Schönborn und Faber schon aufgesetzt. Doch dann: nur richtige Worte - und sogar die Hymne schon mit dem neuen Töchter-Text.

"Niemals vergessen - 8. Mai 1945 - niemals missbrauchen - Der Versuch eines Gedenkens" war der Titel der Veranstaltung. Der Versuch ist für mich gelungen gewesen: Gedenken, das mich bewegt hat, Anerkennen all des Leids, das bis heute wirkt, kein Beschönigen, kein Leugnen, kein Opferspielen, wo's hierzulande vor allem Täter gab. Es war aber auch ein wirksamer Versuch, die Menschen in den Kirchenbänken innerlich zu stärken - für die Gegenwart, in der fast zeitgleich und nicht weit weg die rechtsextremen Burschenschafter den Jahrestag so diametral anders bewerteten. Und für die Zukunft, in der es für Frieden und Gerechtigkeit auf uns und unsere Stärke gegen "falsche Propheten" und ihr Geschäft ankommt. Seit 8. Mai 1945 ist Österreich wieder frei von der Naziherrschaft (leider nicht von den Nazis) - und die Bundeshymne hat so gut gepasst, wie ich mir zu Beginn der Messe gar nicht vorstellen konnte. Und wenn ich wieder mal Einen in Couleur sehe, dann muss ich wahrscheinlich genau hinschauen, damit ich nicht gleich in die Falle meiner Vorurteile hineintappe. Denn leider bin ich auch offenbar nicht davor gefeit, die, die einfach offenbar auf einer anderen Welle surfen, zuerst mal "verdächtig" zu finden.


 
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Dienstag, 9. Februar 2010

Das Geschäft mit der Angst


Ohne meinen fast bodenlangen Wintermantel, Daune, fast so teuer wie ein Nerz, könnte ich die eisigen Temperaturen, die mir seit Wochen das Rauchen auf der Straße verleiden, gar nicht aushalten. Den breiten Kragen zieh ich mir hoch bis über die Ohren. Und leider hinterlässt das feine Gesichtspuder, das den Teint so "frisch und samtig" macht, beige Spuren. Igitt.

Kürzlich habe ich deswegen die Nerven verloren. So ähnlich wie drei Wochen zuvor, als ich meine Frisur plötzlich nicht mehr aushielt, und mir einfach selbst die Haare abgeschnitten habe. Unüberlegt und nicht ganz gerade, aber eigentlich recht fesch. Beim Mantel war's keine Schere, sondern ein Microfasertuch und ein wenig Haarschampoo, mit denen ich den Puderspuren zu Leibe gerückt bin. Alles ist rausgegangen, der Mantel sieht wieder beinahe so teuer aus wie er war. Und das Geld für die Putzerei habe ich gespart. Und vor allem die langen eisfrostigen Tage, an denen ich mit schlechtem Ersatz bei Außeneinsätzen frieren muss. Ohne meine Kurzschlusshandlung hätte ich mich nie getraut, den Mantel selbst zu säubern. Was, wenn was schiefgeht? Lieber in die Reinigung bringen! Kein Wunder, dass die gut verdienen beim "Geschäft mit der Angst".


 
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Sonntag, 7. Februar 2010

Fusion


In der Ausstellung Gender Check im MuMok habe ich kürzlich dieses Video entdeckt. Ein tolles Fusion-Stück aus Bosnien.


 
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Freitag, 25. September 2009

Aus dem FF: Fotos und Frisur ...


Fast so lange aufgeschoben wie hier mal wieder was neues reinzuposten: Professionelle Fotos von mir für professionelle Zwecke machen zu lassen.

Für mich fühlt sich "zum Fotografen gehen" beinahe so an wie "zum Friseur gehen". Beide haben es in der Hand, wie man dann aussieht. Da kann's bei mir nicht irgendwer sein. Es muss jemand sein, der genau versteht, welches Ergebnis ich will und mich dann auch dorthin bringt. So einen habe ich gefunden: Die Fotos hat Alexander Chitzasan gemacht.
Den Namen des Friseurs gibt's auf Anfrage ;-).


 
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Freitag, 12. Juni 2009

Spitzenstadt: Istanbul


Vier Tage Istanbul mit Freundin T. - und ich frage mich, ob ich eine schönere Stadt kenne. Ich glaub's nicht. Das Meer, das Istanbul quert, ist schon mal ein echter Bonus: Azurblau ist die Stadt umspült. Schiffe kreuzen und werfen weiße Gischt. An den Ufern grünen die Büsche und die Häuser leuchten weiß. Und überall sitzen wie hübsche, zufriedene Kröten die Moscheen von Sinan und seinen Schülern.

Wenn man in Istanbul herumgeht, präsentiert sich die Stadt nach fast jeder Häuserecke in einer neuen Perspektive und sieht immer wieder anders aus. Sie changiert wie ein edler Stoff. Wenn man schon zahlreiche Häuserecken zurückgelegt hat, gelangt man zudem von einer Welt in die nächste: Die Istiklal-Straße in Taksim hat ein Flair, von dem die Mariahilfer Straße nur träumen kann. Ein stückweit nordöstlich könnte auch Paris sein oder Madrid, vorausgesetzt wir sprechen von einem vornehmen Viertel dort. Dann wieder gibt es Gegenden, wo die Tradition vorherrscht und mit ca einem Kilometer Brautmodengeschäften klar wird, wo die Werte liegen.

Dazwischen gestreut Sehenswürdigkeiten, die echt sehenswürdig sind: Die Sultanahmed-Moschee, das Yerebatan-Serail (die unterirdische Basilika), die Sülemaniy, die Mihrimah-Moschee (beide wegen Renovierung geschlossen), der Galataturm, die Kariye-Cami mit den tollen Mosaiken, der Topkapi-Palast mit unzähligen Schätzen und dem Harem und der hinreißenden Aussicht von der Cafe-Terasse aus und-so-weiter.

Noch dichter dazwischen gestreut die zahllosen Möglichkeiten, wirklich hervorragend zu essen: In den Lokantas zeigt man einfach auf die Töpfe, in denen köstliche Schmorgerichte schmurgeln, oder auf die Spieße. In den Muhallabiyes, den Konditoreien, kann man sich zwischen den verschiedenen Puddings, Torten und aufwändigem Kleingebäck kaum entscheiden. Dazu ein türkischer Kaffee, damit man das ehrgeizige Programm auch durchhalten kann.

Am besten hat es T. und mir im Restorant Hamdi in Eminönü beim Ägyptischen Basar geschmeckt: Faschierte Lammspießchen mit gehackten Pistazien hatte ich. T. ein Shish Kebab, "das mit dem (uns bekannten Wiener türkischen Restaurant) aber auch wirklich gar nichts zu tun hat". Dazu eine atemberaubende Aussicht auf die Sülemaniye in die eine Richtung, die Yeni Cami und die Bosphorusbrücke in die andere Richtung und in der Mitte auf den beleuchteten Galata-Turm. Die Kellner waren so freundlich, dass es sogar für Istanbul ungewöhnlich war, wo die Menschen auffallend höflich und freundlich sind.

Ein bisschen anstrengend ist es höchstens im Basar, dem wunderbaren überdachten Basar. Dort durchzuschlendern, ist deswegen etwas mühsam, weil die Händler versuchen, einen in ihre Verkaufsstände zu ziehen. Uns ist die Lust aufs Shoppen dort vergangen ... Aber die Struktur ist einfach extrem schön. Gekauft habe ich dann doch etwas, allerdings nicht im Basar, sondern in einem kleinen Teppichgeschäft im Stadtviertel Sultanahmet, das ich sehr empfehlen kann (freundlicher, zurückhaltender, kompetenter Händler): "Kurtoglu" in einer Seitengasse zur großen Straße, wo die Tram durchfährt.

Das sind die Polster in ihrer neuen Heimat:

Ich könnte natürlich noch ewig schwärmen von Istanbul, z.B. auch vom Hammam (wir waren im rundumsanierten Cemberlitas, das Sinan erbaut hat: herrlich!!!), beschränke mich jetzt aber doch auf noch einen Aspekt: Istanbul ist sehr reich an außergewöhnlichen öffentlichen Verkehrsmitteln. Neben der Tünel-Bahn, der ältesten Standseilbahn der Welt, die auch die kürzeste U-Bahn der Welt ist, und der historischen Tram, die sich gemählich ihren durch das Gewühl auf der Istiklal bahnt, und den Schiffen, die zwischen Europa und Asien hin- und herfahren, gibt es Teleferik. Eine Seilbahn, die ein Tal (gefüllt mit einem Park) überbrückt, in der wir die einzigen Touristen waren.

Achja, und manches, das fremd ist, wirkt skurril. Wie zum Beispiel das Schild auf der Flughafen-Toilette, das zum Wassersparen anregt. Hat was Paradoxes, oder?


 
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Freitag, 17. April 2009

Was schön ist: Frühlingsblüten



(Rufling, Ostern 2009)


 
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Montag, 23. März 2009

Nachtrag zum Verkleiden


Mit Photofunia kann man sich neuerdings verkleiden, ohne das Sofa zu verlassen und ohne sich großartig zu bewegen. Die Application pastet mit Gesichtserkennung jedes Bild in verschiedenste Hintergründe (z.B. auf ein Billboard, ein Zeitschriftencover).


 
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Sonntag, 15. Februar 2009

Quartalsbericht


Wenn man viel arbeitet, dann kann es leicht passieren, dass man nicht viel zu berichten hat. So geht's zumindest mir. Nicht unbedingt deswegen, weil das Leben ein Gefühl wie in "Groundhog Day" annimmt, sondern weil mein Mitteilungsbedürfnis dramatisch schrumpft, und ich gar keine Zeit habe, von all den Kleinigkeiten zu berichten, die ich so erlebe. So etwas wie ..., dass innerhalb weniger Tage die Krokusse und Hyazinthen in meinem Wohnzimmer erblüht sind, und mir das das Herz öffnet. Ich arbeite soviel, weil ich mich noch gut an den Tag Mitte Jänner erinnere, als ich auf dem Sofa saß und mit Freundin K. die bereits spürbaren Auswirkungen der Wirtschaftskrise diskutierte. Es war einer dieser Sonntage, an denen Winterschlaf eine tolle Option gewesen wäre. Doch dann kam der Montag und mit ihm ein Auftrag nach dem anderen. Das Wort "Wirtschaftskrise" schwebt(e) wie eine dunkle Nebelwolke über meinem Kopf, und ich nahm jeden Auftrag an. Atmen ging fast nur noch abends auf dem Sofa. Und doch gab es so dies und das, was ich erlebt habe, und solches und jenes, das ich hier gerne hingeschrieben hätte. Wie zum Beispiel:

Idealfigur:

20 Jahre lang habe ich mich nicht verkleidet. Und dann das: Als Stummfilmstar konnte ich wirklich punkten. Warum nicht öfter verkleiden?, dachte ich mir. Und dann wieder: War die Verkleidung wirklich so viel stärker als normalerweisen?

Ideallinie
Anfang Februar war ich ein paar Tage Ski fahren:

Viele Freunde, strahlender Sonnenschein, auf der Höhe griffiger Schnee, Föhn - und dadurch leider auch starker Wind und gegen das Tal hin feuchter schwerer Schnee. "Haxenbrecherschnee", habe ich bei mir gedacht, als ich die letzten drei Pisten hinuntergesaust bin.

"Hinuntergesaust" bin ich nur diese drei Pisten. Meine Leidenschaft fürs Skifahren trifft nicht gerade auf eine ausgeprägte Fähigkeit. Nach zwei Tagen teils unbeholfenen, oft zaghaften, wenn auch häufig glücklichen Bogerln auf schönen Hängen, treffe ich auf diese drei "Haxenbrecherpisten", und weil sie mir so zuwider sind, lass ich die Ski laufen. Sonst immer mit vornehmem Abstand Letzte im großen Freundeskreis, bin ich ausgerechnet auf diesen drei Hängen im Mittelfeld.

Beim Skifahren ist es, so denke ich mir jetzt, wie im echten Leben: Brust ins Tal (auch wenn die als Instinkt verkleidete Angst mich sonst immer mit dem Oberkörper Richtung Berg zwingt), nicht an die Angst denken, nicht daran denken, was alles passieren kann, und einfach laufen lassen. Kommt einem die Angst in die Quere, pickt der Ski auch schon in einem matschigen Schneehaufen. Der Fluss ist unterbrochen, mühsam muss man sich weiterrappeln. Ist doch wie in Wirklichkeit, oder etwa nicht? Rein theoretisch ist alles klar ...

Hier noch ein bissel Posing ...


 
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Freitag, 23. Januar 2009

Grüße aus der Vergangenheit


Kürzlich, es ist bestimmt nur wenige Wochen her, bringt mir meine Mutter ein paar riesige Schachteln mit "Zeug", das sie und meine Schwester K. aus K's Keller aussortiert haben, und von dem sie annehmen, dass es mir gehört. Ich habe das "Zeug" erstmal eine Zeit - direkt neben den Palmkatzerln, die noch von letzten Ostern in der Bodenvase im Vorzimmer stehen - abhängen lassen.

Und dann gestern, mit erstaunlichem Elan, die Kisten angepackt. Der Großteil (zumindest, was das Gewicht anlangt) war mein "Zettelkasten", den ich mir bei der "Presse" angelegt hatte. Früher gab's ja noch kein Internet, habe ich mich wieder erinnert. Da war es extrem clever, Informationen, die man vielleicht wieder mal verwursten könnte, abzulegen. Bin ich froh, dass es das Netz gibt. Googlen geht nämlich grad noch, aber Ablage war offenbar nie mein Thema. In der Mappe "Kirche" lagen Informationen über Empfängnisverhütung (und immerhin ein Foto von Papst Johannes Paul II), in der Mappe "Schönheit" eine kurze Abhandlung über die Haltung von Katharina von Medici zur Unterhose (ablehnend), in "Bahn 1" war gar nichts, in "Bahn 2" einige alte Post-Folder. Usw.

Alles nochmal geschwind durchgeschaut, das meiste weggeschmissen, ein paar Kalorien beim Rübertragen zum Müllraum verloren. Doch einen Teil werde ich mir immer behalten: Beispielsweise eine Mappe mit Kinderzeichnungen für Oma, ziemlich unbegabt gezeichnet und großteils mit religiösen Motiven. Und sicherlich meine alten Schulhefte (nur ein Stapel von etwa 5 Zentimetern hat's ins Jahr 2009 geschafft). Ein Aufsatzheft war dabei, und ich finde es wirklich schade, dass es nur eins ist. Denn da schreibe ich etwa mit knapp neun Jahren:

"Weil ich so einsam war, hatte ich drei kleine Figuren an die Wand meines Kinderzimmers gemalt, und da wurden sie plötzlich lebendig."

Die dramatische Geschichte, die sich rund um Onkel Toby, Dralle und Jonny entwickelt, ist nicht schlecht, aber dieser Einstiegssatz hat eine Kraft, über die ich (noch heute) richtig staune. Die Bestnote habe ich für den Aufsatz trotzdem nicht bekommen (nur ein "Gut"). "Sehr gut" und ein schriftliches Lob erteilte mir die strenge, blond ondulierte Lehrerin Frau H. nur für die Schilderung eines Streits mit meiner Schwester K., die - soweit ich mich erinnern kann (K., was meinst Du?) - einfach wahrheitsgetreu ist. Zumindest die Narbe im Gesicht habe ich noch ...

Moral von der Geschicht': Manches aus der Vergangenheit will man sich mitnehmen, manches kann man wegschmeißen und damit hat sich's, anderes bleibt, ob man will oder nicht. Und sehr vieles, auch wenn man es schon längst vergessen hat, steckt immer noch in einem drin.


 
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No Pooh? Puh ...


Ich liege in der Badewanne und bekomme ein schlechtes Gewissen. Weniger wegen des Wassers, das ich dazu brauche, in unserem wasserreichen Land. Sondern wegen der ganzen Seife, des Shampoos, vielleicht mal wegen eines Peeling, das da den Abfluss runterrinnt. Und plötzlich spür ich so eine Lust auf kosmetische Askese... ...
by Goldchen @ 03.10.16 22:01

2 Quadratmeter Haut - pfleg das mal!


Zehn Kilo wiegt die Haut durchschnittlich (jetzt weiß ich endlich, wo das viele Gewicht herkommt) und sie hat ungefähr zwei Quadratmeter (mehr als mein Balkon).Das war die verblüffendste Erkenntnis eines Vortrags, den die Sr. Verena Beck, nicht nur Hautärztin, sondern auch Psychodermatologien, im Auftrag von Laroche Posay diese Woche gehalten... ...
by Goldchen @ 30.09.16 19:34

I like


in words since here be neither button nor data dragons!  ...
by StefanL @ 16.11.14 08:01

Alphabetische Übersicht ...


AAvocado-Shrimp-SalatAsiatischer Eintopf BBirnen-Cranberry-TarteButterscotch Brownies CCheesecake EEmpanadas mit HuhnErdbeerknödel FFleischdukaten mit oder ohne Pinienkerne GGebratene Hühnerkeulen mit KartoffelnGedämpfter Fisch mit GemüseGelbe-Rüben-Risotto HHuhn in Granatapfelsauce (mit Safran-Mandelreis)Huhn mit Fenchel und ZwiebelHühnerleber auf SalatHühnerleberaufstrichHummus KKaramell-Honig-KekseKarottenschnitten mit Cream Cheese FrostingKarottensuppe mit Ingwer und OrangeKnoblauchhuhnKräutertorte oder Kräutertortilla LLamm mit QuittenLebkuchenkonfekt mit weißer SchokoladeLinseneintopf MMaroni-Nockerl (Spätzle)Mayonnaisesalat,... ...
by Goldchen @ 09.09.14 15:48

Mayonnaisesalat, urgut


Zutaten für 25 mittelgroße Erdäpfel (ungefähr, mehr oder weniger)1 zimmerwarmes Ei1/2 kleine rote Zwiebel1 - 2 EL SchnittlauchSenfEssigSalz ZubereitungErdäpfel kochen. Währenddessen das Ei in ein hohes Gefäß geben und mit dem Stabmixer aufschlagen. Senf dazu (ca 1/2 TL oder nach Geschmack) und geschmacksneutrales Öl in sehr dünnem Faden hineinlaufen lassen.... ...
by Goldchen @ 09.09.14 15:48

Mit Blaulicht ab Donauinselfest


Gestern ist mir etwas passiert, das mir noch nie passiert ist: Ich bin in einer Rettung mit Blaulicht vom Donauinselfest abtransportiert worden. Auf der Rettungsliege festgeschnallt war jedoch nicht ich, sondern mein vierjähriger Freund A. Er hatte "mit einem Ast gespielt, auf dem viele Äste waren und dann hat sich... ...
by Goldchen @ 24.06.13 15:51

Grusbach


Guten Tag, Ihre Familie mit emma Brandl??? links nach dem Krieg aus Grusbach  ...
by Pavel Kučera @ 26.01.13 01:52

Ja, schade.


Ich habe übrigens das Gefühl, dass das mit Halloween bei uns schon vor ca. 30 Jahren mit E.T. begonnen hat.  ...
by StefanL @ 01.12.12 09:56

Ich sag's ja


Gripschen hat das Rheinland (leider) nie verlassen. Kerzerln in der Laterne hatten wir zunächst auch. Aber irgendwann war's meiner Mutter zu gefährlich und sie hat diese Gestelle mit kleinen Glühbirnen gekauft.  ...
by Goldchen @ 31.10.12 01:21

Elektrische Kerzen?


Wir hatten seinerzeit echte Kerzen drin und der größte Spaß war, hinter einem Busch zu verschwinden und die Laternen heimlich abzufackeln. Flog natürlich immer auf, weil ja danach keine mehr da war. Gesungen wurde auch, aber nicht von Tür zu Tür. Somit gab's leider auch nix zu essen.  ...
by ute @ 30.10.12 21:30


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